Ärzte und Pflegefachpersonen gegen Organspende am Lebensende 

 

 

 

Organspende zu Ende denken

Bei der Organspende "nach dem Tod" werden von hirntoten Menschen Organe entnommen und verpflanzt. Aber, ist der Mensch tot, wenn nur sein Hirn tot ist und der Körper noch lebt?

Zudem: Ist der Mensch tot, wenn seine Organe weiterleben? Stirbt der Mensch, wenn ein wesentlicher Teil des Körpers weiterlebt?

Weiss die Wissenschaft, ob das Weiterleben von Teilen des Körpers ohne Hirn, verteilt auf fremde Körper, für Spender Folgen hat?

 

Zu Bedenken ist auch, dass bei Organtransplantationen mehr als nur Materie verpflanzt wird, nämlich Lebendigkeit.

Was ist Lebendigkeit? Hat sie etwas mit der Seele zu tun?

Weiss die Wissenschaft genug über die Vorgänge bei Sterben und Tod, um Organtransplantationen am Lebensende zu verantworten?

 

 

 

weitere Faktenblätter

 

Unterzeichnen Sie bitte unsere aktuelle Petition online.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Wenn wir die Gesellschaft über die Organspende aufklären, bekommen wir keine Organe mehr." Prof. Rudolf Pichlmayr, Transplantationsmediziner, 1987

"Leben-Retten mit Organen aus Toten" ist leider nur ein schöner Traum, verbreitet von der Transplantationslobby.

Die Realität sieht ganz anders, erschreckend, aus.

Organspender mit primärem Hirnversagen (wir verwenden die Bezeichnung Hirnversagen anstelle der missverständlichen Bezeichnung Hirntod) sind bei der Organentnahme noch lebendig, ihr Herz schlägt noch. Ihnen werden bei lebendigem Leib die Organe aus dem Körper geschnitten (Explantation).


 

Es ist nicht so, wie viele Leute glauben, dass Organspender am Lebensende bei der Organentnahme kalte Leichen sind, wie wir dies aus dem Fernsehen kennen.

Denn wenn die Organspendewerbung von toten Organspendern spricht, dann meint sie Menschen mit Hirnversagen.

 

Seit 2007 gelten Menschen mit Hirnversagen, obwohl ihr Körper noch lebt, in der Schweiz als ganz tot.

 

Sie werden als Leichen bezeichnet und ihnen dürfen Organe entnommen werden (Transplantationsgesetz Art. 9, Todeskriterium: Der Mensch ist tot, wenn die Funktionen seines Hirns einschliesslich des Hirnstamms irreversibel ausgefallen sind).

Es gibt 2 Arten von Organspenden "nach dem Tod":

die Spende nach primärem Hirnversagen und diejenige nach sekundärem Hirnversagen fünf Minuten nach Herzstillstand.

Organspende nach primärem Hirnversagen

(Donation after Brain Death, DBD)

Bei dieser häufigeren Art der Organspende ist das Hirn des Spenders meist durch eine Hirnblutung oder einen Unfall mit schwerer Kopfverletzung ausgefallen.

Diese Menschen liegen auf der Intensivstation, sie sind beatmet, ihr Herz schlägt und ihre Haut ist rosig und warm. Sie sehen aus wie Schlafende.

 

Trotzdem gelten sie als tot und werden als Leichen bezeichnet.

Bei diesen Menschen ist aber nur das Hirn, also 3% des Körpers ausgefallen. Die restlichen 97% des Körpers mit allen anderen Organen leben noch.

In diesem Zustand werden sie in den Operationssaal gebracht, wo ihnen unter Vollnarkose die lebenden Organe aus dem Körper geschnitten werden.

Die Vollnarkose wird verabreicht, um die psychische Belastung des Operationteams zu reduzieren.

Denn erhalten diese Menschen für die Organentnahme keine Vollnarkose, reagiert ein Teil von ihnen beim Aufschneiden des Körpers mit Schwitzen, Blutdruck-, Pulsanstieg, Tränen der Augen und Abwehrbewegungen mit Armen und Beinen.

 

Das sind Schmerzreaktionen, die über Rückenmarksreflexe gesteuert werden. Da das Hirn ausgefallen ist, können sie gemäss heutigem Wissen nicht mehr wahrgenommen werden. Wissenschaftlich beweisen lässt sich das aber nicht.

Die Organe werden also nicht, wie viele glauben, von Leichen, wie wir sie seit Jahrhunderten kennen, in Leichenhallen kurz vor der Kremation oder Beerdigung entnommen.

Dies muss ja so sein, denn es können nur lebende und keine toten Organe verpflanzt werden. Organe von Toten sind tot und können nicht wieder lebendig gemacht werden. Organempfänger aber brauchen lebendige Organe.

Menschen mit primärem Hirnversagen sind nicht tot, sondern am Sterben. Statt im Kreise ihrer Angehörigen zu sterben, werden sie auf dem Operationstisch inmitten aufwändiger Technik durch die Organentnahme getötet.

Auch der Totenfrieden dieser Spender wird damit massiv gestört (es dauert nach dem Herzstillstand ca. 7 Tage, bis die letzten Zellen im Körper gestorben sind).

So unglaublich es klingen mag, aber heute wird diesen Organspendern das lebende Herz aus der Brust geschnitten.

In unseren Augen sind solche Explantationen, das heisst die Organentnahme bei lebendigem Leib mit Todesfolgen, und die anschliessende Organtransplantation kein Akt der Nächstenliebe, sondern ein Vergehen gegen die Menschlichkeit.

 

 Menschen dürfen Menschen nicht töten, auch nicht, um Dritten zu helfen. Das Leben von Spendern darf nicht unwert und das von Empfängern wertvoll sein.

Jedes menschliche Leben muss unantastbar sein.

Organspende nach Herzstillstand

(mit sekundärem Hirnversagen, Donation after Cardiac Death, DCD, siehe dazu auch unsere aktuelle Petition an den Bundesrat)

 

Diese Art der Organspende ist in Deutschland verboten (mit der Begründnung, dass Menschen fünf Minuten nach Herzstillstand oft reanimierbar und damit noch nicht tot sind).

 

Bei dieser selteneren Art der Organspende werden schwerkranke Menschen mit aussichtsloser Prognose in den Operationssaal gebracht, wo, auf Wunsch auch im Beisein der Angehörigen, die lebenserhaltenden Massnahmen gestoppt werden und gewartet wird, bis das Herz aufhört zu schlagen.

 

Das Hirn wird in der Folge nicht mehr durchblutet und stirbt ab (sekundärer Hirntod).

 

Nach dem Herzstillstand werden die Angehörigen aus dem Raum gebeten und exakt fünf Minuten später das Hirnversagen festgestellt und der Spender für tot erklärt.

 

Danach wird er wieder intubiert, beatmet und mit der Organentnahme begonnen.

 

Sofort nach Eröffnen des Körpers werden die Halsschlagadern abgeklemmt (Mitteilung Renato Lehnherr anlässlich Ärztefortbildung 2018). Sind sich die Ärzte selber nicht sicher, ob der Spender zuvor wirklich tot war?

 

2018 wurde die Wartezeit zwischen Herzstillstand und Organentnahme von zehn auf fünf Minuten reduziert.

Neueste Forschungsresultate wecken aber schwere Bedenken, dass die Funktionen des Hirns beim Menschen 5 Minuten nach Herzstillstand irreversibel ausgefallen sind, wie vom Transplantationsgesetz gefordert.

Das würde bedeuten, dass gemäss Transplantationsgesetz auch diese Spender getötet werden.

Vor der Einführung des Hirntods als neue Todesdefinition bezeichnete das Aussetzen von Herzschlag und Atmung den Zeitpunkt des Todes.

 

Für viele Menschen, die Sterbende begleiten, entspricht dieser Zeitpunkt auch heute intuitiv dem Todeseintritt.  

Nach Aussetzen von Herzschlag und Atmung dauert es aber, wie gesagt, noch ungefähr 7 Tage, bis die letzten Zellen im Körper gestorben sind.

Diese Zeitspanne wird von der Wissenschaft als intermediäres Leben bezeichnet. Sie ist der letzte Abschnitt des Lebens.

Am Anfang dieser Zeitspanne, in den ersten Minuten nach dem Herzstillstand, sind die Organe noch lebendig und können transplantiert werden.

Die Organtransplantation am Lebensende ist kein sicherer Eingriff. Bei beiden Arten von Organspende kann nicht nachgewiesen werden, dass Organspendern durch diesen Eingriff nicht geschadet wird.

Indem die Transplantationsmedizin behauptet, die Organe würden Spendern postmortal entnommen, willl sie uns auch sagen, dass diesen Menschen, da sie ja tot seien, nicht mehr geschadet werden könne und dass Organspenden am Lebensende somit unbedenklich seien.

Da aber Spender nicht tot sind, respektive der Sterbeprozess noch nicht abgeschlossen ist, muss beurteilt werden, ob Organtransplantationen Spendern nicht schaden.

Die medizinische Forschung kann heute keine Aussagen über die Erlebnisfähigkeit von Menschen mit Hirnversagen und Sterbenden machen. Niemand kann mit Sicherheit sagen, dass diese Menschen nichts wahrnehmen.

 

Ebenso kann die befremdende, implizite Annahme der Transplantationsmedizin, dass nur das Sterben eines Organs - des Hirns - für das Sterben des Menschen bedeutsam sei und das Sterben der restlichen 97% des Körpers nicht, wissenschaftlich nicht bewiesen werden.

Auch sind die Risiken und Nebenwirkungen von Organtransplantationen am Lebensende für Spender nicht bekannt, denn verstorbene Spender können nicht mehr untersucht werden.

 

 Um die Patientensicherheit zu gewährleisten ist aber gemäss den Regeln der wissenschaftlichen Medizin die Kenntnis von Risiken und Nebenwirkungen Voraussetzung für jeden Eingriff.

Was ist mit der Seele?

Die Transplantationsmedizin geht davon aus, dass die Seele, sofern es eine gibt, mit dem Hirnversagen den Körper verlässt. Auch dies ist lediglich eine Annahme, auch das kann wissenschaftlich nicht belegt werden.

 

Eine hypothetische Seele könnte den Körper auch erst später, zum Beispiel, wie das viele Leute glauben, in den ersten Stunden nach dem Herzstillstand, also postmortal, verlassen.

Es gibt auch keine wissenschaftlichen Forschungsresultate, die besagen, dass das Bewusstsein im Hirn lokalisiert ist, an dieses gebunden ist und mit dem Hirnversagen erlischt.

Aufgrund mangelnden Wissens über Sterben und Tod sind Organspenden am Lebensende wissenschaftlich nicht vertretbar. 

Indem die Transplantationsmedizin ohne genügendes Wissen in die Prozesse von Sterben und Tod eingreift, verlässt sie den Pfad der wissenschaftlichen Medizin und verstösst gegen deren Regeln. Damit überschreitet sie eine rote Linie. Das ist unhaltbar.

Es gibt Sachverhalte, die es wahrscheinlich erscheinen lassen, dass Organspendern durch Organtransplantationen geschadet wird:

Der Mensch ist fraglos nicht abschliessend erforscht. Mit dem Vorhandensein von Unentdecktem muss gerechnet werden.

Der natürlichen Sterbeprozesses wird massiv gestört.

Menschen mit primärem Hirnversagen werden bis zur Organentnahme nicht sterben gelassen und noch eine zeitlang künstlich am Leben erhalten. Schlussendlich werden sie durch das Herausschneiden von Organen aus ihrem Körper getötet.

Auch Menschen, bei denen fünf Minuten nach Herzstillstand Organe entnommen werden, sind möglicherweise bei der Organentnahme noch nicht tot und sie werden durch die Organentnahme getötet. Mit Sicherheit aber wird bei ihnen der Totenfrieden, das intermediäre Leben, gestört.

Organspender sterben nicht vollständig, weil ein Teil ihres Körpers, die gespendeten Organe, weiterlebt. Sie erleiden ein unvollständiges Sterben. Es ist nicht so, dass die zu transplantierenden Organen im Körper der Spender sterben und anschliessend im Empfängerkörper reanimiert werden. Nein, diese Organe sterben nicht. Sie werden lebend transplantiert.

Die medizinische Forschung kann heute keine Aussagen über die Auswirkungen dieser Veränderung des Sterbeprozesses, dieses unvollständigen Sterbens machen.

Teilweises Weiterleben: Andererseits leben Spender, weil sie nicht vollständig sterben, mit einem Teil ihres Körpers verteilt auf mehrere, fremde Empfängerkörper weiter. Auch über mögliche Auswirkungen dieses Weiterlebens von Körperteilen auf den "verstorbenen" Spendern kann die medizinische Forschung heute keine Aussagen machen.

Die heutige Todesdefinition, wonach das Hirnversagen den Tod des Menschen bedeutet, basiert auf einer gesellschaftlichen Übereinkunft und nicht auf wissenschaftlichen Fakten. Die heutige Todesdefinition widerspricht der naturwissenschaftlichen Todesdefinition und der  Bedeutung des Wortes "tot". Das ist unlogisch, unsinnig und täuscht die Bevölkerung.

Das Hirnversagen wird zwar mit wissenschaftlichen Methoden festgestellt, die Todesdefinition selbst aber ist nicht wissenschaftlich begründet. Sie wurde nicht aufgrund neuer wissenschaftlicher Forschungsresultate eingeführt und es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die beweisen, dass der Ausfall der Hirnfunktionen den Tod des Menschen bedeuten.

Die heutige Todesdefinition ist eine gesellschaftliche Übereinkunft. Der Gesetzgeber, die Parlamente, haben 2004 im Transplantationsgesetz verfügt, dass diese neue Todesdefinition gilt.

Bereits 1968 hatte ein Ad-hoc Komitee der Harvard Universität Hirntote für tot erklärt. 1969 folgte die Schweizerische Akademie der Medizinischen Wissenschaften dieser Ansicht. In ihren "Richtlinien für die Definition und die Diagnose des Todes" begründete sie den Entscheid damit, dass "die Entwicklung der Reanimationstechnik es notwendig gemacht hat, die biologischen Kriterien des menschlichen Todes neu festzulegen" (weshalb genau? eine detaillierte, schlüssige Begründung fehlt). Neben der Absicht, schwerkranken Menschen mit Organtransplantationen helfen zu können, ging es sicherlich auch darum, im internationalen Wettbewerb der Spitzenmedizin nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Diese neue Todesdefinition aber ist nicht richtig, denn sie widerspricht der Bedeutung des Wortes "tot" und der naturwissenschaftlichen Todesdefinition. Letztere definiert den Tod als "Zustand eines Organismus nach Erlöschen aller Lebensfunktionen". Es gibt keinen vernünftigen Grund, diese Todesdefinition zu velassen.

Zum Zeitpunkt der Organentnahme sind noch nicht alle Lebensfunktionen erloschen, bis auf das Hirn lebt der ganze Körper mit allen Organen noch. Es sind also Sterbende und nicht Tote, denen die Organe entnommen werden.


 

Beenden wir den Irrtum, dass Organspenden am Lebensende vertretbar sind. Stoppen wir diese Eingriffe.

 

 

 

P.S. Auch Angehörige können zu Opfern werden

Zitat von der Homepage www.initiative-kao.de: "KAO ist eine Initiative gegründet von Eltern, die ihre verunglückten Kinder zur Organspende freigegeben haben, ohne die Hintergründe zu diesem Zeitpunkt genau genug zu kennen. Erst nachdem ihre Kinder beerdigt waren, haben sie begriffen, wozu sie ja gesagt hatten. Sie haben begriffen, dass lebende Organe nicht von Menschen entnommen werden können, die so tot sind, wie sie es sich vorgestellt hatten. Ihre Entscheidung haben sie daher bitter bereut. Durch ihre Zustimmung waren ihre Kinder in ihrem Sterbeprozess, in dem sie ihrer besonderen Liebe bedurften, ungeschützt allein gelassen und einer Organentnahme überantwortet, die hinterher wie das Ausschlachten eines Autowracks erschien. In dieser Situation haben sie sich entschlossen, durch Aufklärung dazu beizutragen, dass andere Eltern unter ähnlichen Umständen davor bewahrt werden, unvorbereitet wie sie mit der Frage der Organspende konfrontiert zu werden."

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AKTUELL

Blick, 30.08.2020: Thomas Meyer, Kolumnenschreiber beim Blick, Schriftsteller und Drehbuchautor (Wolkenbruch), ändert seine Meinung über Organspende, nachdem er mit Lesern, unter anderem mit uns, einen Schriftwechsel zum Thema Organspende geführt hat. Das ist sehr erfreulich!

 

Tele Top, 08.07.2020: Moralische Aspekte der Organspende, Interview mit Alex Frei von Äpol (Video "Mittwoch") und 10.07.2020  Argumente gegen die Widerspruchslösung, Interview mit Alois Beerli, Präsident Äpol (Video "Freitag")

 

 

Nachstossende Interpellation im Nationalrat zum Thema Organspende nach Herz-Kreislauf-Stillstand (Donation after Cardiac Death, DCD), 18.06.2020

Nationalrätin Marianne Streiff-Feller von der EVP hat nach der unbefriedigenden Antwort des Bundesrates auf die Interpellation "Ist die Organentnahme nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand legal" eine nachstossende Interpellation mit dem Titel "Wird die Organentnahme nach Herz-Kreislauf-Stillstand der Hirntod aktiv sichergestellt?" eingereicht.

Nationalrätin Marianne Streiff-Feller teilt und unterstützt unsere Meinung, dass bei dieser Art der Organspende durch dass Blockieren der Hirndurchblutung mit einem Ballon in der Aorta der Hirntod aktiv herbeigeführt wird, dass es sich darum nicht um ein simples Sterben-lassen handelt und dass Sterbenden Organe entnommen werden. Das soll der Bundesrat sofort stoppen.

Schweizerische Ärztezeitung, 03.06.2020: Trotz aufwendiger BAG-Kampagne: Organspendezahlen in der Schweiz sinken, verfasst von Äpol, Text gekürzt, vollständiger Text

 

 

 Beschwerde gegen  Fernsehen SRF, "Dok"-Filme "Organspende - Ich will leben" (1-4) vom 5., 12. und 19. Dezember 2019  (eingereicht am 13.03.2020)

 

Organspendevertreter in Erklärungsnot: Aussagen die zu denken geben (Zusammenstellung von Äpol aus diversen Medien, 25.02.2020)

Die Weltwoche, 12.2.2020: "Wann ist der Mensch tot?

"Der Bundesrat will jeden Toten prinzipiell zum Organspender machen. Gegner kritisieren, dass Patienten im Interesse der Transplantationsmedizin vorschnell für tot erklärt werden."

Äpol kommt in diesem Artikel als Gegner der Organspende am Lebensende zu Wort.

 

gfs (Gesellschaft für Sozialstudien) Zürich, Nov.2019: Neue Erkenntnisse einer repräsentativen Umfrage zur Organspende

Viele mögliche Organspender verunsichert die Schilderung des Hirntod-Szenarios. Die differenzierte Befragung brachte bezüglich des Verständnisses des Hirntodes ein grosses Informationsdefizit in der Bevölkerung zutage.

Nur Medinside hat über die Umfrage berichtet. Alle anderen Medien haben die Resultate leider ignoriert.

 

Interpellation im Nationalrat, 20.02.2019: Ist die Organentnahme nach Herz-Kreislauf-Stillstand legal?

Nationalrätin Marianne Streiff-Feller von der EVP (Evangelische Volkspartei der Schweiz) hat im Nationalrat mit unserer Unterstützung diese Interpellation eingereicht. Den Text und den Stand der Beratung sehen Sie hier.

Online-Stadtmagazin Züri, 10.01.2020: Organspende: Ist der Tod Ansichtssache?

Interview mit Renato Lenherr, Intensivmediziner Unispital Zürich und Leiter Donor Care Association, und Alex Frei, Verein Äpol

Lenherr gesteht unter dem treffenden Zwischentitel "Hirntod: Willkür oder Wissen?":

"...wo man diesen (Anm.: den Tod) im Sterbeprozess einordnen würde, sei jeder Person selber überlassen."

Damit gesteht er auch, dass die heute geltende Todesdefinition mit dem Hirntod keine wissenschaftliche, sondern eine willkürliche, subjektive Definition ist. Wussten das die Parlamente, als sie die neue Todesdefinition 2004 im Transplantationsgesetz festschrieben? Wollen wir eine Todesdefinition basierend auf Annahmen, auf Gutdünken?

Der Hirntod wird mit wissenschaftlichen Methoden festgestellt, das Hirntodkonzept aber, die Gleichung Hirntod = Gesamttod des Menschen, ist eine willkürliche gesellschaftliche Konvention, eine juristische Definition, die nicht auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruht und die sich über die wissenschaftliche Definition hinwegsetzt. Die wissenschaftliche Todesdefinition steht in den Biologielehrbüchern und lautet: "Der Tod ist das Ende des Lebens, bzw. das endgültige Versagen aller lebenserhaltenden Funktionsabläufe."

 

Stellungnahme von ÄPOL zur Vernehmlassung der Änderung des Transplantationsgesetzes,  13.12.2019 (Diese Änderung ist der indirekter Gegenvorschlag des Bundesrates zur Volksinitiative "Organspende fördern - Leben retten".)

Hier finden sie alle eingegangenen Stellungnahmen (ÄPOL Seite 106). Unbedingt lesen sollten Sie auch die Stellungnahme des Zentrums für Gesundheitsrecht und Management im Gesundheitswesen der Universität Bern (S. 189). Aber auch die Stellungahmen von HLI (S. 156), EVP (S. 85) und der Patientenorganisation (S. 248) sind lesenswert.  

 

 

Erschütterndes Bekenntnis des Philosophen der Ethikkommission des amerikanischen Präsidenten

Daniel Wikler, Harvardprofessor, war der Philosoph in der Ethikkommission, die dem amerikanischen Präsidenten 1981 die landesweite Einführung des Hirntodkonzeptes empfahl. Er sagte 2018 in einem Interview (Artikel "What does it mean to die", The New Yorker, 5.2.2018, Seite 13): "I thougt it (the commission's theory of death) was demonstrably untrue, but so what? I didn't see the downside at that time." (Ich dachte, die Todestheorie der Kommission ist nachweislich unwahr, aber was soll's? Ich sah damals keine Nachteile.)

Und er schrieb für die Kommission das Kapitel "Die Bedeutung des Todes verstehen". Dazu sagte er heute: "I was put in a tight spot and I fudged. I knew that there was an air of bad faith about it. I made it seem like there are a lot of profound unknowns and went in the direction of fuzziness, so that no one could say, 'Hey, your philosopher says this is nonsense.' That's what I thougt, but you'd never know from what I wrote".

(Ich sass in der Klemme und ich mogelte. Mir war klar, es lag eine Atmosphäre von schlechter Absicht über allem. Ich liess es so aussehen, als gäbe es viele tiefgründige Unbekannte und ich drückte mich verschwommen aus, damit niemand sagen konnte, 'Hey, euer Philosoph sagt, dies ist Unsinn.' Das dachte ich, aber man hätte dies aus dem, was ich geschrieben habe, nie herauslesen können.)

Professor Truog, jetziger Direktor des Zentrums für Bioethik in Harvard, gesteht im gleichen Artikel, dass Hirntote nicht tot sind. Er ist aber der Meinung, dass es dennoch richtig ist, Hirntoten Organe zu entnehmen.

Seite 25: "I don't think, there's anything morally wrong with the fact that we take organs from these people (brain death people), even though there is no scientific reason for believing them to be dead." (Ich denke, es ist moralisch nicht falsch, dass wir von diesen Leuten (Hirntoten) Organe entnehmen, obwohl es keine wissenschaftliche Begründung gibt, die uns annehmen lässt, dass sie tot sind).

Weitere Aussagen von Professor Truog vom 5.5.2018 zum Thema "Den Tod definieren" finden Sie hier.

Auch die beratende Kommission des amerikanischen Präsidenten, The President's Council on Bioethics, hat in einem Bericht 2009 (Chapter Seven, Abschnitt 5) eingeräumt, dass die Begründung für die Gleichung Hirntod = Tod falsch ist.

Sie hat aber die Gleichung mit einer neuen Begründung aufrechterhalten: Hirntote sind ganz tot, "weil die Integration in die Umwelt fehle."

 

ÜBER UNS

Der Verein ÄPOL wurde 2019 in Winterthur von Ärzten aus den Bereichen Hausarztmedizin und Psychotherapie, sowie Intensivpflegefachpersonen gegründet. Aufgrund persönlicher Erfahrungen und Überlegungen sind wir überzeugt, dass Organspenden am Lebensende unhaltbar sind. Von Gesprächen mit Patienten und Bekannten wissen wir auch, dass die Öffentlichkeit ungenügend über Organspenden am Lebensende informiert ist und dass viele Leute im falschen Glauben sind, Organe würden von kalten Leichen entnommen.

Unser Ziel ist ein Verbot von Organspenden am Lebensende. Dazu wollen wir über den wahren Sachverhalt von Organspenden am Lebensende informieren und in einem zweiten Schritt allenfalls eine Volksinitiative lancieren. Lebendspenden sollen erlaubt bleiben.

ÄPOL ist politisch und konfessionell neutral.

Der Verein zählt 88 Mitglieder (Stand 9.2020), davon 21 Ärztinnen und Ärzte, 26 Personen mit Gesundheitsberufen und 41 Personen aus anderen Berufsgruppen (darunter aus Fachgebieten wie Rechtswissenschaften, Theologie, soziale Arbeit, u.v.m.)

 

Mitgliedschaft für alle

Vereinsstatuten

Vorstand

Kontakt: aepol@gmx.net

Spenden bitte auf Konto: Zürcher Kantonalbank, Verein ÄPOL

IBAN-Nr. CH12 0070 0114 8026 6429 8

 

 

LITERATUR

Publikationen von/über ÄPOL

 

Schweizerische Ärztezeitung, 3.4.2019: Frei A., Aemissegger U., Beerli A., Sicher M., Stoffel G.: Organspende am Lebensende (Veröffentlichung des Positionspapiers von Äpol)

Neue Zürcher Zeitung, 28.3.2019: Sind Organe von Hirntoten tabu? (Vorstellung unseres Verein Äpol)

Neue Zürcher Zeitung, 4.4.2019: Mangelndes Wissen über den Hirntod (Leserbrief von Äpol)

 

Schweizer Fernsehen, Sendung Arena, 22.3.2019: I schänke dr mis Härz! (Diskussion über die Widerspruchslösung, mit Alex Frei, Verein Äpol)

Thema im Focus, Zeitschrift von Dialog Ethik, Nr. 141, Sept. 2019: "Organspende in der Schweiz: Sollte die Widerspruchslösung gelten?" Mit einem Streitgespräch Franz Immer, Direktor Swisstransplant, und Alex Frei, Verein Äpol (Artikel als PDF)

Tele Top, 28.3.2019: Der Patient lebt noch bei der Entnahme, Interview mit Alois Beerli, Präsident Äpol

Tele Top, 08.07.2020: Moralische Aspekte der Organspende, Interview mit Alex Frei von Äpol  (Sendung vom Mittwoch)

 

Tele Top, 10.07.2020: Argumente gegen die Widerspruchslösung, Interview mit Alois Beerli, Präsident Äpol (Sendung vom Freitag)

Praxis Palliative Care 44/2019: Die "palliative" Seite der Organtransplantation, mit einem Beitrag von Alex Frei: Warum keine Organspenden am Lebensende durchgeführt werden dürfen (Artikel als PDF)

Blick, 13.6.2019: Zweifel am Hirntod, Ärzte fordern Organspende-Verbot (Bericht über die Petition von Äpol "Für ein Moratorium von Organspenden nach Hirntod")

 

Die Weltwoche, 12.2.2020: Wann ist der Mensch tot? "Der Bundesrat will jeden Toten prinzipiell zum Organspender machen. Gegner kritisieren, dass Patienten im Interesse der Transplantationsmedizin vorschnell für tot erklärt werden." Äpol kommt als Gegner der Organspende am Lebensende zu Wort.

Stadtmagazin Tsüri, 10.1.2020: Organspende: Ist der Tod Ansichtssache? Interview mit Renato Lenherr, Intensivmediziner Universitätsspital Zürich und Leiter Donor Care Association, und Alex Frei, Verein Äpol. Unter dem treffenden Zwischentitel "Hirntod: Willkür oder Wissen?" sagt Lenherr: "...wo man diesen (den Tod) im Sterbeprozess einordnen würde, sei jeder Person selber überlassen."

Schweizerische Ärztezeitung, 29.05.2019: Warum wir das Verbot von Organspenden am Lebensende fordern

 

Schweizerische Ärztezeitung, 19.06.2019: ÄPOL-Ärzte fordern ein Moratorium von Organspenden nach Herztod

 

Schweizerische Ärztezeitung, 18.12.2019: Offener Brief an die Transplantatiosmediziner von ÄPOL, gekürzter Text, vollständiger Text hier.

Schweizerische Ärztezeitung, 03.06.2020: Trotz aufwendiger BAG-Kampagne: Organspendezahlen in der Schweiz sinken, verfasst von ÄPOL, gekürzter Text, vollständiger Text hier.

Allgemeine Publikationen

 

Aargauer Zeitung, 9.8.2011: Philosoph fordert: "Die Leichenspende sollte verboten werden." Interview mit dem Basler Philosophen Andreas Brenner

Neue Zürcher Zeitung, 31.10.2010: Wann sind wir tot?

 

Philosophie Magazin 01/2020, S. 64: David Wagner: Ich höre meinen Organspender sagen: Steh auf!

Renate Greinert: Organspende - Nie wieder. Organspende aus der Sicht einer Betroffenen, Gesellschaft für Gesundheitsberatung GGB e.V.

 

Hans Walter Striebel: Ich pflege Tote, Die andere Seite der Transplantationsmedizin, RECOM Verlag, Basel, 1991 (Pflegefachpersonen und Ärzte, die Organtranssplantationen zwar befürworten, beschreiben ihr Erleben und ihre Gefühle während der Vorbereitung von Organspendern und der Organentnahme, sowie ihre Schwierigkeiten, die Situation zu verarbeiten)

Aargauer Zeitung, 3.9.2019: Hirntote Frau lebt drei Monate weiter um zu gebären (Video). Beachten Sie bitte die widersprüchliche Aussage, dass die hirntote Frau verstorben sei und gleichzeitig am Leben erhalten werde.

 

The New Yorker, 5.2.2018: Aviv R. What Does it Mean to Die? Deutsche Übersetzung (Stand der aktuellen Organspendediskussion in den USA)

David Wagner: Leben, Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek b. Hamburg, Oktober 2014, Preis der Leipziger Buchmesse 2013 (Bericht eines Schriftstellers über seinen langen Spitalaufenthalt im Rahmen seiner Lebertransplantation, die geistigen Begegnungen mit seinem Spender [S. 175], und sein Befinden als "Chimäre" [S. 163].)

Zeit Online, 29.03.2016: Organspende - "Ich spüre dich bei jedem Atemzug", Interview mit David Wangner (Sind Organspender tot, wenn ihre Organe noch leben? Leiden Spender unter dem Weiterleben ihrer Organe, nehmen sie dies wahr?)

v. Wilmowsky A.: Offener Brief über die dunkle Seite der Organspende (Bericht einer Intensivpflegefachfrau mit langjähriger Erfahrung in der Pflege von Organspendern und Organempfängern.)

Fachpublikationen

Planet Wissen ARD, SWR, WDR: Tod und Trauer: Sterben" - Klinischer Tod, Hirntod, biologischer Tod 

 

Deutscher Ethikrat, Pressemitteilung 01/2015: Stellungnahme zum Thema Hirntod und Entscheidung zur Organspende. 7 von 26 Mitgliedern halten den Hirntod nicht für den Tod des Menschen und sie weisen dem Hirntod lediglich die Rolle eines notwendigen Entnahmekriteriums zu. Alle Mitglieder sind jedoch der Meinung, dass Organspenden am Lebensende vertretbar sind. Die 7 Mitglieder, die den Hirntod nicht für den Tod des Menschen halten, unterstützen damit das "justified killing"(gerechtfertigtes Töten).

 

Beecher H., Adams R., Barger C., Curran W., Denny-Brown D., Farnsworth D. et al., 1968: A Definition of irreversible Coma, Report of the Ad Hoc Committee of the Harvard Medical School to Examine the Definition of Brain Death, Journal of the American Medical Association (JAMA), 1968; 205(6): 337-340. Originaltext der Publikation, die zur weltweiten Einführung des Hirntodkonzeptes führte. Beachten Sie bitte, dass das Komitee keine wissenschaftliche Begründung aufführt, warum der Hirntod dem Gesamttod des Menschen entsprechen soll.

 

Jonas H., Philosoph, 1968: Kritik am Hirntodkonzept, Technik, Medizin und Ethik. Zur Praxis des Prinzips Verantwortung, Insel Verlag 1990, S. 228 ff

 

Kersting D.: Tod des Körpers oder Tod der Person? 2017, wissenschaftlicher Grundlagentext

Lubitsch A., Schwelm H.: Anästhesie zur Multiorganentnahme, Universitätsspital Basel 2007, Abschlussarbeit in der Weiterbildung zur Pflegefachfrau in Anästhesie und Reanimation. Im Vorwort und auf Seite 30 werden die Schmerzreaktionen von Organspendern bei der Organentnahme und die Verunsicherung des Anästhesiepersonals beschrieben.

Parnia S., Spearpoint K., de Vos G., Fenwick P., Goldberg D., Yang J., et al.: AWARE-Studie, AWAreness during REsuscitation (Bewusstsein während Reanimation), "Resuscitation", Official Journal of the European Resuscitation Council, Dec. 2014, Volume 85, P 1799-1805, Artikel in Zeitschrift Focus

Pearsall P., Schwartz E.R., Russek L.G.S.: Changes in heart transplant recipients that parallel the personalities of their donors. Integr. Med. 2000 Mar 21;2(2):65-72.

Studie über Herzempfänger, die möglicherweise Charakterzüge des Spenders übernommen haben und Erlebnisse des Spenders kennen und träumen.

Franklin G. Miller, Robert D. Truog: Death, Dying, and Organ Transplantation. Reconstructing Medical Ethics at the End of Life, Oxford University Press 2012

Swisstransplant: Ablauf von Organ- und Gewebeentnahme (Explantation)

The President's Council on Bioethics USA, 2009: Controversies in the Determination of Death Eingeständnis, dass die bisherige Begründung für die Gleichung Hirntod = Tod falsch war, neue Begründung: Beim Hirntoten fehlt die Integration in die Umwelt, darum ist er tot, siehe Chapter Seven, Abschnitt 5

 

 
 

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